Alpe-Adria Tag 4: St. Johann – Mallnitz-Obervellach – Molzbichl (4.504 km)

Kirche von Obervellach (Bild: Klaus Dapp)

Kirche von Obervellach (Bild: Klaus Dapp)

Nach einem ausgiebigen Frühstück und einem kurzen Spaziergang durch Obervellach starteten wir diese gemütliche Etappe. Bei den wenigen Steigungen spürte ich die Anstrengung des Vortags. Die Behauptung im Bikeline-Führer, dass es zwischen der Tauern-Schleuse und Villach keine Steigungen gibt, ist einfach falsch, auch wenn es insgesamt angenehm bergab geht.

Wir nutzten die kurze Strecke für Besichtigungen. In Möllbrücke (der Ort heißt nach der entsprechenden Brücke) schauten wir uns die spätgotische Wehrkirche St. Leonhard an. In Spittal an der Drau beeindruckt das Renaissanceschloss Porcia – schade, dass zu seinem Bau die römische Siedlung Teurina genutzt wurde. Von dem ehemaligen Verwaltungszentrum und Bischofssitz ist auch deshalb leider nur noch ein unscheinbarer Rest übrig. Gegenüber von Schloss Porcia steht das Khevenhüller Stadtschloss, das heute als Rathaus genutzt wird.

Schloss Porcia in Spittal an der Drau (Bild: Klaus Dapp)

Schloss Porcia in Spittal an der Drau (Bild: Klaus Dapp)

Vor der ehemalgen Stadtmauer steht das Spital, dem Spittal seinen Namen verdankt. Heute ist darin die Fachhochschule untergebracht.

Fachhochschule Kärnten im ehemaligen Spital in Spittal an der Drau (Bild: Klaus Dapp)

Fachhochschule Kärnten im ehemaligen Spital in Spittal an der Drau (Bild: Klaus Dapp)

Nach einem leckeren Zuckerschock im Cafe Moser sind wir weiter nach Molzbichl geradelt. Im Frühmittelalter – Museum Carantana haben wir uns über die christliche Mission der Gegend informiert. Spannend fand ich die Pfählung der Leichen, um zu verhindern, dass diese wiederkehren und andere Menschen mit ins Grab holen. Der christliche Gedanke der Wiederauferstehung wurde zu der Zeit offensichtlich nicht ganz verrinnerlicht.

Am Nachmittag habe ich noch liebevoll die Kette neu geschmiert. Das Schmiermittel (S100) verliert bei Temperaturen über 25 Grad relativ schnell seine Schmiereigenschaft und ich wollte wieder quietschfrei unterwegs sein.

Seit dem Abendessen weiß ich, dass Nudeln in Kärnten im Prinzip ungewickelte Maultaschen sind. Die gibt es mit diversen Füllungen. Es lässt sich hier also auch ohne Fleisch gut essen.

volle Distanz: 41.31 km
Maximale Höhe: 745 m
Minimale Höhe: 531 m
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Alpe-Adria Tag 3: St. Johann – Mallnitz-Obervellach (4.464 km)

Morgennebel in St. Johann im Pongau (Bild: Klaus Dapp)

Morgennebel in St. Johann im Pongau (Bild: Klaus Dapp)

Nach einem guten Frühstück fuhren wir die Taschen mit dem Lift in die Tiefgarage, in der die Räder in der Nacht standen. Was für ein Luxus!

Der erste Teil der Etappe passte zum guten Wetter. Der Salzach entlang kamen wir zügig nach Schwarzach in Pongau. Danach ging es mehrfach kräftig bergauf und bergab duch das laufend enger werdende Tal der Salzach. Bergauf merkte ich das mangelnde Training deutlich … die Abschnitte bergab waren mir immer viel zu kurz.

Blick in das Tal der Salzach (Bild: Klaus Dapp)

Blick in das Tal der Salzach (Bild: Klaus Dapp)

Immer näher kam der Klammtunnel. Im Führer war der 1,5 Kilometer lange Abschnitt im Tunnel mit einem „Achtung“ markiert und auf den großen Lärm und die Abgase hingewiesen. Ich steckte mir deshalb am Tunnelportal Lärmschutzstöpsel ins Ohr. Im Tunnel wurden wir dann positiv überrascht. Der Lärm kam vor allem von der Entlüftung im Tunnel und dementsprechend gut war die Luft im Tunnel.

Im Klammtunnel zwischen Gigerach und Klammstein (Bild: Klaus Dapp)

Im Klammtunnel zwischen Gigerach und Klammstein (Bild: Klaus Dapp)

Nach dem Tunnel empfing uns die Sonne und wir fuhren gutgelaunt weiter Richtung Dorfgastein. Nach einer gemütlichen Rast nach Dorfgastein ging es weiter nach Bad Gastein … und dort haben wir dann gemerkt, dass die Steigungspfeile in der Karte in Bad Gastein mehr als berechtigt waren. Nach kurzer Zeit schoben wir das Rad ziemlich mühsam bergauf. Es war nur ein kleiner Trost, dass auch andere Radler mühsam ihre Räder schoben.

Wasserfall in Bad Gastein (Bild: Klaus Dapp)

Wasserfall in Bad Gastein (Bild: Klaus Dapp)

wir waren froh, als wir endlich am Bahnhof ankamen und dort erst einmal unsere Räder abstellten. Damit hatten wir auch den höchsten Punkt unserer Tour erreicht.

Höhenangabe im Bahnhof Bad Gastein (Bild: Klaus Dapp)

Höhenangabe im Bahnhof Bad Gastein (Bild: Klaus Dapp)

Wir erkundeten Bad Gastein zu Fuß. Wir fanden eine bunte Mischung aus Morbidität, Niedergang, Touribespaßung und anspruchsvoller Hotellerie. Nach einem leckeren Essen gingen wir wirder zurück zum Bahnhof, um mit dem Zug unter den hohen Tauern hindurchzufahren. Da sich die Züge der Tauernschleuse ab Böckstein nicht reservieren lassen, sind wir direkt ab Bad Gastein in einem IC mit deutschen Wagen gefahren. Da musste ich den Grasshopper nicht falten und nach wenigen Minuten sind wir in Mallnitz wieder ausgestiegen.

Bahnhof Mallnitz - Ende der Tauernschleuse (Bild: Klaus Dapp)

Bahnhof Mallnitz – Ende der Tauernschleuse (Bild: Klaus Dapp)

In Mallnitz mussten wir die Entscheidung treffen, ob wir auf der Bundesstraße fahren wollten oder auf der ehemaligen Bahntrasse. Wir entschieden uns für die zweite Variante, weil wir den Verkehr fürchteten. Erst später wurde uns klar, dass nur dann wirklich Verkehr auf der Bundesstraße, wenn der Zug der Tauernschleuse ankam. Also fuhren wir erst mal ein Stück  bergauf – meine Begeisterung hielt sich in engen Grenzen … leichte irritation kam auf, als der asphaltierte Weg endete und in einen ziemlich schlechten Waldweg überging. Zum Glück arbeiteten dort ein paar Menschen, die uns bestätigten, dass der Weg weiterging und auch mit dem Rad befahrbar war. Ich war wieder einmal froh, eine so tolle Federung zu haben. Während Antje kräftig durchgeschüttelt wurde, hatte ich eher Sorge, stecken zu bleiben. Aber nach kurzer Zeit, konnten wir die alte Bahnstecke sehen und hoppelten weiter.

Alte Bahnstecke bei Mallnitz - Rabisch (Bild: Klaus Dapp)

Alte Bahnstecke bei Mallnitz – Rabisch (Bild: Klaus Dapp)

Der Weg auf der alten Bahnstrecke entschädigte für die Mühen. Auf einem gut geschotterten Weg geht es stetig bergab mit tollen Ausblicken in das Möllntal … eine ideale Liegeradstrecke. Beim ehemaligen Bahnhof Kaponig ging es dann auf einem asphaltierten Weg in Serpentinen steil bergab, so dass die Bremsen stark gefordert wurden. So kamen wir zur fast leeren Bundesstraße und fuhren bergab nach Obervellach. Mit Hilfe des GPS und der Vorbereitung mit dem Bikeline-Führer konnten wir auch die letzten Kilometer fast ohne zu treten fahren.

Als wir beim Kirchenwirt die Räder auf den Hof schoben, wurden wir schon erwartet. Der Anblick des Grasshoppers löste große Verwunderung aus – so was hatten die Wirtsleute noch nicht gesehen. Nach dem Duschen konnten wir bei einem Weizen den Blick auf die Berge genießen. Ein herannahenders Gewitter bildete das dramatische Ende des Tages. Gewitter im Gebirge sind ein eindrückliches Erlebnis und wir waren froh, das von unserem Zimmer aus verfolgen zu können. Nach einem anspruchsvollen Tag hatten wir eine ruhige und angenehme Nacht und dank der nötigen Bettschwere habe ich wunderbar geschlafen.

volle Distanz: 67.31 km
Maximale Höhe: 1199 m
Minimale Höhe: 574 m
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Erfahrungen mit dem bikeline Radtourenbuch „Alpe Adria Radweg“ (4.500km)

Titelseite des bikeline Radtourenbuchs "Alpe-Adria Radweg" (Bild: Verlag Esterbauer GmbH)

Titelseite des bikeline Radtourenbuchs „Alpe-Adria Radweg“ (Bild: Verlag Esterbauer GmbH)

Unsere Radtour auf dem Alpe-Adria Radweg bot auch die Gelegenheit, das gleichlautende bikeline Radtourenbuch zu testen.

Wie im Beitrag Radkarten bei der Tourenplanung (204 km) beschrieben, nutze ich Karten und Bücher vor allem zur Vorbereitung von Touren. So war dies auch bei dieser Radtour.

Bei der Vorbereitung ist das bikeline Radtourenbuch eine große Hilfe gewesen.  Die Tourabschnitte sind gut übersichtlich beschrieben und die Streckenübersichtsbilder geben einen guten Überblick über die Länge und die Höhenunterschiede. Damit lässt sich mit etwas Übung recht gut abschätzen, wie anstrengend die Tour wird. Die Hinweise auf Sehenswürdigkeiten helfen darüber hinaus auch noch abzuschätzen, wo sinnvollerweise Zeit für das „Kulturprogramm“ eingeplant werden sollte. Diese könnten noch etwas ausführlicher sein, auch wenn es dann ein paar Seiten mehr geben sollte.

bikeline Radtourenbuch Alpe-Adria Radweg - Wegbeschreibung im Überblick (Bild: Verlag Esterbauer GmbH)

bikeline Radtourenbuch „Alpe-Adria Radweg“ – Wegbeschreibung imÜberblick (Bild: Verlag Esterbauer GmbH)

Für Orte mit Sehenswürdigkeiten oder schwierig zu findenen Wegen sind Detailkarten vorhanden.

bikeline Radtourenbuch "Alpe-Adria Radweg" - Wegbeschreibung im Detail (Bild: Verlag Esterbauer GmbH)

bikeline Radtourenbuch „Alpe-Adria Radweg“ – Wegbeschreibung im Detail (Bild: Verlag Esterbauer GmbH)

Zum Vergleich, die von uns gefahrene Route:

volle Distanz: 64.73 km
Maximale Höhe: 586 m
Minimale Höhe: 418 m
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Nicht ganz nachvollziehbar ist es, dass die Symbole nicht konsequent auch in der Detailkarte enthalten sind, so fehlen im Beispiel Bischofshofen die Fahrradläden. Eine Information, die bei Problemen mit dem Rad sehr hilfreich ist. Leider in den Karten kaum zu finden sind die im Text hervorgehobenen besonderen Punkte (im Beispiel oben die Zahl 10). Die Markierungen in der Karte sind so klein und unauffällig, dass ich sie nur mit großer Mühe finde.

Inhaltlich stimmt das Radtourenbuch bis auf wenige Ausnahmen gut mit unseren Erfahrungen überein. Nicht mehr auf dem Stand sind nach unserer Erfahrung die Aussagen zum Straßenverkehr in Italien. So heißt es „belastend ist der Verkehr teilweise in Italien, vor allem in Udine, wo sehr rasant gefahren wird“ (Seite 8). Das konnten wir so nicht nachvollziehen. Insgesamt wurde zwar teilweise chaotisch gefahren, allerdings in der Regel mit viel Abstand, so dass wir uns sicher fühlten. Besonders in Udine wurde in den letzten Jahren viel für den Radverkehr getan, so verlaufen beispielsweise wichtige Radrouten durch die historische Innenstadt und dank baulich getrennter Radrouten und Fahrradabstellanlagen herrscht dort auch reger Radverkehr. Aber auch in anderen Städten wie Triest oder Mailand hatten wir immer den Eindruck, dass zwar chaotisch gefahren wird, aber sorgfältig geschaut wird, dass mit großem Abstand überholt wird.

Etwas übertrieben scheint auch die Beschreibung des Klammtunnels zwischen Klamm und Klammstein. In der Beschreibung wird vor Lärm und Abgasen gewarnt. Den Lärm, den wir erlebt haben, kam vor allem von der gut wirkenden Lüftungsanlage. Da der Tunnel fast eben verläuft, kann er aus meiner Sicht gut durchfahren werden.

Durch das Live-Update hatten wir den aktuellen Stand einschließlich der großen Bauarbeiten.

Auch die GPS-Daten waren auf einem aktuellen Stand. Allerdings gilt dabei auch der Hinweis des Verlag Esterbauer, dass die Daten entsprechend dem Kartenmaßstab generalisiert sind. Deshalb ist es gerade bei Abzweigen immer auch sinnvoll, nach der guten Wegweisung zu sehen.

Insgesamt war das Radtourenbuch eine gute Unterstützung bei der Vorbereitung und bei der Fahrt. In der Regel haben wir jeden Tag in dem Buch gelesen, was wir uns auf dem Weg anschauen sollten … und versucht, das dann auch zu machen. Die 13,90 Euro sind aus meiner Sicht gut investiertes Geld!

Im Dienst mit Leo…

Leo - Das Hessen Maskottchen (Bild: Klaus Dapp)

Leo – Das Hessen Maskottchen (Bild: Klaus Dapp)

Leo heißt das Maskottchen Hessens. Diesen netten Schlüsselanhänger habe ich zum „Dienstantritt“ im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung bekommen und mich wirklich gefreut.

Dort arbeite ich jetzt im Bereich ÖPNV und Nahmobilität. Das ist auch der Grund, warum es eine Pause im Blog gab. Ich musste den Blog offiziell als Nebentätigkeit anzeigen, damit dies in der Personalakte dokumentiert ist. Das hat etwas Zeit in Anspruch genommen.

Dabei habe ich mich auch verpflichtet,

  • dass ich meine Nebentätigkeit nicht in einer Angelegenheit ausübe, in der die Behörde, der ich angehöre, tätig wird,
  • meine Nebentätigkeit so auszuüben, dass meine Unparteilichkeit oder Unbefangenheit nicht beeinflusst werden kann,
  • dass durch meine Nebentätigkeit eine wesentliche Einschränkung meiner künftigen dienstlichen Verwendbarkeit verursacht wird und
  • dass meine Nebentägitkeit dem Ansehen der öffentlichen Verwaltung nicht abträglich ist.

Für mich ist das selbstverständlich. Deshalb wirs sich aus meiner Sicht auch Nichts ändern … nur meine zukünftigen Artikel über Touren in Hessen werde ich zukünftig nochmal gründlich lesen, damit kein potenzieller Zuwendungsempfänger eine Ungleichbehandlung befürchten muss. Dass meine Erfahrungen mit dem Rad, Bus und Bahn Leben in meine Arbeit einfließen, wird sicher nicht schaden.

Alpe-Adria Tag 2: Salzburg – St. Johann (4.411 km)

Festung Salzburg im Sonnenschein (Bild: Klaus Dapp)

Festung Salzburg im Sonnenschein (Bild: Klaus Dapp)

Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir Salzburg zügig verlassen. Die Besucher der Salzburger Festspiele und die Touristenströme aus Fernost waren offensichtlich noch mit anderen Programmepunkten beschäftigt. Mit flottem Tempo fuhren wir der Salzach entlang… oder besser entgegen, so dass wir langsam an Höhe gewannen.

Wiesen an der Salzach vor Golling (Bild: Klaus Dapp)

Wiesen an der Salzach vor Golling (Bild: Klaus Dapp)

Nach einer gemütlichen Pause vor Golling kam dann der Anstieg des Tages. Auf knappen eineinhalb Kilometern stiegen wir von 495 auf 575 Meter auf … da kam ich kraftig ins Schwitzen. Danach sausten wir zurück ins Tal der Salzach um dann bei 510 Metern wieder aufzusteigen. Die Autofahrer waren teilweise doch überrascht, wie schnell ein Rad bergab fahren kann … und ich ließ es mal richtig laufen. Den höchsten Punkt des Tages erreichten wir unterhalb der Festung Hohenwerfen, die sehr beeindruckend oberhalb des Weges liegt – eine ideale Lage, um alle Bewegungen zu überwachen.

Festung Hohenwerfen (Bild: Klaus Dapp)

Festung Hohenwerfen (Bild: Klaus Dapp)

Nach einer kurzen knackigen Abfahrt ging es dann wieder stetig bergauf entlang der Salzach nach St. Johann im Pongau. Dort hatte Antje in der Jugendherberge ein Zimmer reserviert. Eine gute Entscheidung. Als Jugendherberge wurde in den Ferien das Internat der Berufsschule genutzt, die direkt an der Salzach liegt. Der Blick von der Sonnenterrasse war überwältigend.

Blick die Salzach hinab in St. Johann im Pongau (Bild: Klaus Dapp)

Blick die Salzach hinab in St. Johann im Pongau (Bild: Klaus Dapp)

Nach einer erfrischenden Dusche und einem leckeren Abendessen haben wir uns noch St. Johann im Pongau angeschaut… und haben dann wunderbar geschlafen.

An dem Tag sind wir knapp 65 Kilometer gefahren, dabei sind wir ca. 560 Meter auf- und 400 Meter abgestiegen.

volle Distanz: 64.73 km
Maximale Höhe: 586 m
Minimale Höhe: 418 m
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Alpe-Adria Tag 1: Darmstadt – Salzburg (4.345 km)

Vergurkt - Gurken von Erwin Wurm in Salzburg mit Antje (Bild: Klaus Dapp)

Vergurkt – Gurken von Erwin Wurm in Salzburg mit Antje (Bild: Klaus Dapp)

Wie immer bei Reisen mit Bahn und Rad habe ich etwas unruhig geschlafen … aber es hat fast Alles geklappt. Für die österreichischen EC Wagen hatte ich den Grasshopper zusammengefaltet und trotz fehlendem Reservierungszettel war der Platz noch frei und ich zurrte mein Fahrradpaket fest.

Der Platz für Antjes Rad ab Ulm war schon in Darmstadt belegt. Ich bin erst einmal in den Speisewagen zum Frühstücken gegangen und nach einer leckeren österrischischen Melange sah der Tag schon richtig gut aus. Auf das Problem hingewiesen kümmerte sich der Zugchef vorbildlich und klärte die Situation.

Nach Ulm gingen wir dann gemeinsam in den Speisewagen und begannen den gemeinsamen Urlaub.

In Salzburg angekommen habe ich den Grasshopper Dank meines Aufbauzettels relativ schnell wieder fahrbereit gemacht und wir konnten zu unserer Unterkunft fahren.

Festung Salzburg im Nebel (Bild: Klaus Dapp)

Festung Salzburg im Nebel (Bild: Klaus Dapp)

Schon in unserer Unterkunft begriffen wir, warum es so schwer war, eine halbwegs bezahlbare Übernachtung zu bekommen. Die Salzburger Festspiele hatten zahlungskräftiges Publikum aus aller Welt angezogen und da sind auch die Preise mit angezogen.

Trotz Nebel zogen wir die Innenstadt und fanden zufälligerweise ein tolles Käsegeschäft, in dem wir unsere Wegzehrung für die nächsten Tage kauften. Dank meinem Geiz landeten wir dann in einer drittklassigen Pizzeria – ein kleiner Fehlstart auf dem Weg nach Italien.

Hurra – das Plugin WP-gpx funktioniert wieder – der vermeintliche Aufstieg von 170 Metern ist ein Messfehler des GPS-Geräts:

volle Distanz: 1.74 km
Maximale Höhe: 450 m
Minimale Höhe: 281 m
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Neues zur Eurobike von HP Velotechnik (4.338 km)

Daniel Pulvermüller mit dem neuen Scorpion vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main (Bild: HP Velotechnik)

Daniel Pulvermüller mit dem neuen Scorpion vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main (Bild: HP Velotechnik)

Auch dieses Jahr gibt es Neues von HP-Velotechnik zur Eurobike – und wie zu erwarten im boomenden Dreiradbereich. Der „Scorpion“ wird sportlicher und die Gekko und Scorpion-Trikes bekommen mit dem Shimano Steps Motor eine neue zusätzliche Motorisierung am Ausleger. Ich werde mich auf jeden Fall bei der Eurobike danach erkundigen, ob jetzt auch eine Pinion-Option möglich wird, da der Motor am Ausleger auch Gewicht und Krafteintrag bringt. Spannend finde ich, dass zwei Motorsysteme parallel angeboten werden – und HP die Vor- und Nachteile deutlich benennt. Es bleibt abzuwarten, wie lange dieses Parallelangebot aufrecht erhalten wird.

Aus Vorgeschmack auf die Eurobike schon einmal die Pressetexte von HP zu den neuen Modellen:

Im Dreirad wird der Mittel- zum Frontmotor

Die Fahrzeuge von HP Velotechnik mit ihren drei Rädern und der Gokart-ähnlichen Fahrdynamik ließen bei ihren Piloten schon immer das Gefühl aufkommen, eher ein Sportauto zu fahren, anstatt zu radeln. Vom Modelljahr 2017 an steckt in den Trikes noch mehr „Auto“: Als Weltneuheit präsentiert die Liegeradmanufaktur die Kombination Dreirad mit Elektromotor und automatischer Gangschaltung. Vorteil für den Fahrer: Im übersichtlich aufgeräumten Cockpit reduziert sich die Bedienung auf die Funktionen „Motor an“ und Bremsen.

Dank des Manufaktur-eigenen Baukastensystems können nun sämtliche Gekko- und Scorpion-Modelle mit einem Steps-Motor plus 8-Gang Getriebenabe inklusive elektronischer Di2-Technologie ausgerüstet werden. Beides stammt aus dem Haus des Komponentenherstellers Shimano, der bekannt ist für seine Philosophie der Systemintegration.

Der vollautomatische Antrieb entfaltet gerade in Kombination mit den absolut standsicheren Komfort-Trikes von HP Velotechnik einen ganz eigenen Charme. „Als Rundum-sorglos-Paket erzeugt das ein völlig neues Radel-Gefühl“, versichert Geschäftsführer Paul Hollants. Der Pilot könne sich konzentriert der Verkehrssituation widmen oder, dank des sprichwörtlichen Panoramablicks auf dem Liegerad, entspannt der Landschaft hingeben.

Je einfacher, desto mehr Akzeptanz

Damit passt das System perfekt zu einem Rad wie dem „Scorpion plus 26“, ein für maximalen Komfort entwickeltes Dreirad. Mit seiner erhöhten Sitzposition (bis zu 57 Zentimeter) und vor allem dem fürs ganz einfache Einsteigen entwickelten Rahmen wird dieses fast schon in die Kategorie Sesselrad verortete Modell besonders interessant für ältere Nutzer oder Menschen, die aufgrund leichter Einschränkungen sich nicht mehr auf gewöhnliche Aufrecht-Räder trauen.

Das zeigen auch Erkenntnisse aus einem Forschungsprojekt der Hochschule Fulda im Jahr 2015. Unter Leitung von Professor Felix Ecker beschäftigte sich eine Gruppe von Studenten unter anderem mit der Handhabbarkeit eines Elektro- Trikes. Als Teilnehmer sprachen die Studenten insbesondere Senioren an. Nach Einschätzung von Professor Ecker war einer der wichtigsten Punkte für die älteren Menschen die möglichst einfache Bedienung. „Wenn das Gesamtsystem zu komplex wird und das Rad dies durch eine sehr technisch wirkende Ausstattung ausstrahlt, wachsen sogar bei einer ansonsten sehr positiv wahrgenommenen Kombination wie ‚Sicheres Dreirad plus komfortabler E-Motor‘ die Vorbehalte deutlich an.“ Oder andersherum: Je weniger Unsicherheit beim ersten, spontanen Kennenlernen entsteht, desto höher die Akzeptanz.

Technisch ungewöhnlich für ein Liegerad ist die Positionierung des Motors.Was im Aufrecht-Rad als klassischer Mittelmotor daherkäme, wird an den stilvollen Trikes zum Kraftwerk an vorderster Front.Wie bei HP Velotechnik üblich, befindet sich das Tretlager ganz vorne im Ausleger. Bislang sprach das gegen den Einbau wuchtiger Mittelmotoren, die an der Kurbelachse ansetzen. Deren hohes Drehmoment in Kombination mit kleinen Kettenblättern würden immense Zugkräfte in den Rahmen einleiten. Anders beim Steps: Der ist mit dem von HP Velotechnik verbauten großen Kettenblatt (44 Zähne) absolut Trike-kompatibel und fügt sich zudem mit der schlanken Silhouette dezent in das schon vielfach ausgezeichnete Design der Dreiräder aus Kriftel ein.

Beim Ampelstopp automatisch in den kleinen Gang

Entscheidender Vorteil bei der neuen Form der elektrischen Tretunterstützung: Das System wählt, so Shimano, ganz automatisch den richtigen und effizientesten Gang, indem unter anderem Geschwindigkeits- und Trittfrequenz-Daten sowie der Leistungsinput des Fahrers, also der Druck, den er auf das Pedal bringt, erfasst und ausgewertet werden. Beim Ampelstopp heißt das zum Beispiel: Die Di2-Nabe wechselt automatisch in einen kleinen Gang. Das schont nicht nur das Material, sondern reduziert den Krafteinsatz beim Anfahren.

Der Fahrer bleibt dennoch stets der Chef auf dem Rad: Er kann jederzeit die Automatik sozusagen überstimmen und manuell den gewünschten Gang einlegen. Vorteil dabei: Das System ist „lernfähig“ – nach Auskunft von Shimano registriert es die Wünsche des Piloten und „ändert das zu Grunde liegende Programm entsprechend ab“.

Vorteil Systemintegration

Ein weiterer Vorteil in punkto Komfort ist die in das Antriebssystem integrierte Bedienung für die Lichtanlage: Per Knopfdruck am Display schaltet der Fahrer die Beleuchtung ein, die sich den „Saft“ aus dem Fahrzeug-Akku zieht.

Im Gesamtkonzept der Spezialradmanufaktur erweitert der Frontmotor das Zukunftsthema E-Antrieb um eine spannende Alternative zu dem weiterhin verwendeten Hinterrad-Nabenmotor von GO SwissDrive. Auch preislich liegt die neue Option bei Preisen ab 2.090 Euro um rund 500 Euro unter dem Schweizer Premiumprodukt. Beiden Systemen gemein ist die schwerpunktgünstige, sehr tiefe Akku-Aufnahme unter dem Sitz sowie die neue Top-View-Positionierung des Displays über dem Lenkerende.

Vorteile für den Steps-Antrieb sieht HP Velotechnik-Chefentwickler Daniel Pulvermüller für Menschen, die sich beim Rad fahren nicht um aktives Schalten kümmern können oder wollen sowie beim Fahren eines E-Trikes im Gebirge. Dort bewegt sich das Steps-System aufgrund des Getriebes auch bei langsamer Fahrt in einem effizienten Drehzahlbereich, wodurch es weniger anfällig für überhitzung ist. Der Hinterrad-Nabenmotor von GO SwissDrive ist für Pulvermüller dafür unübertroffen leise, ermöglicht durch die Kettenschaltung eine individuelle Abstimmung der Schaltungsübersetzung, bietet als Plus einen elektrischen Rückwärtsgang und lässt sich in der Motorsteuerung besonders gut auf besondere Wünsche wie Anpassung an unterschiedliche Beinkräfte programmieren.

Eine Rennmaschine für Komfort-Fans

Mit dem komplett überarbeiteten „Scorpion“ stellt HP Velotechnik eine neue Kategorie im Liegeradbau auf drei Räder: das Racetrike für Komfort-Liebhaber. Die Basis dafür ist jenes Trike, mit dem in der hessischen Spezialradmanufaktur 2005 das Dreirad- Zeitalter begann.Wer den „Scorpion“ von damals neben dem aktuellen Modell sieht, spürt den Unterschied in der Dynamik geradezu physisch. Erstmals zu sehen ist der neue, metallic-blaue Renner auf der Messe Eurobike (31.August bis 4. September 2016) am Stand von HP Velotechnik im Foyer West (FW 300).

Die markante Optik hat ihren Ursprung in den konstruktiven Eigenheiten eines Highspeed- Trikes: Das von 20 auf 26 Zoll vergrößerte Hinterrad sorgt für eine hohe Laufruhe. Das zur Abstützung des Schalensitzes integrierte Raum-Fachwerk ermöglicht den geradlinigen Verlauf der Kette durch den Hinterbau. Erstmals erprobt an den S-Pedelecs von HP Velotechnik, sorgt diese Spaceframe-Technologie zudem für ein steiferes Chassis, wie Daniel Pulvermüller erläutert, der Chef-Konstrukteur der hessischen Manufaktur.

Auch an der Frontpartie des eleganten Aluminium-Rahmens haben die Ingenieure Hand angelegt: Mit dem steil empor wachsenden Ausleger gewinnt das Tretlager deutlich an Höhe. Die satte überhöhung der Kurbelachse mit bis zu 24 Zentimetern über dem Sitzniveau verspricht maximale Effizienz beim Krafteinsatz und sorgt für eine aerodynamisch günstige, windschnittige Körperhaltung: „Liegerad-Enthusiasten wissen: Ein hohes Tretlager ist quasi der Wiegetritt im Sitzen“, erklärt Pulvermüller dazu.

Neu sind diese Merkmale in Kombination mit einem gefederten Hinterbau. Der Grund: Die klassischen, aus Gründen der Gewichtsreduktion bislang ungefederten Racetrikes werden auf Kopfsteinpflaster schnell zum Rücken-Killer.

Die antriebsneutrale Federung mit der HP Velotechnik-eigenen NO-SQUAT-Technik eröffnet dem blauen Flitzer darüber hinaus weitere Einsatzbereiche. So lässt er sich dank vorbereiteter Aufnahmepunkte und den Möglichkeiten des Manufaktur-Baukastensystems höchst vielfältig für Alltag und Reise einrichten. Die Bandbreite reicht von Gepäckträger, Schutzblechen, luftigem Netzsitz, diversen Lichtanlagen bis zu Anpassungen im Antriebsbereich. Dabei kann der Kunde zwischen Ketten- und Nabenschaltungen wählen oder sogar eine Kombination mit bis zu 81 Gängen einbauen lassen.

Wer das Vorwärtskommen noch lässiger angehen will, wählt unter den zwei E-Motorsystemen, die HP Velotechnik vom Modelljahr 2017 an im Programm hat: der bewährte Premium-Hinterradnabenmotor von GO SWISSDRIVE oder die neue Option mit der vollautomatisch schaltenden Tretlager-Antriebseinheit STEPS /DI2 von Shimano.

Nachgeschmiert (4.322 km)

Mein anstehender Wechsel des Arbeitsgebers hat sich ziemlich nachteilig auf die Zahl meiner Ausflüge ausgewirkt. Es mussten diverse Arbeiten sinnvoll zu Ende geführt werden und vernünftig übergeben werden … trotz allem bin ich ein klein wenig herumgekommen, so dass ich heute einmal dem Gequietsche der Kette ein Ende machen musste… außerdem wollte ich das Sitzknarzen beenden und habe die Klemmstellen gefettet – leider noch ohne durchschlagenden Erfolg.

Ausflug zur „Eisernen Hand“ (4.087 km)

Bilck auf Basel (Bild: Klaus Dapp)

Bilck auf Basel (Bild: Klaus Dapp)

An der Grenze zur Schweiz gibt es noch ein bisschen so etwas wie Grenzerfahrungen. Anderes Geld, zum Teil Kontrollen und zu beachtende Zollvorschriften… doch das ist alles harmlos zu der Bedeutung, die die deutsch-schweizer Grenze im Ersten Weltkrieg und zwischen 1933-1945 bekam.

Basler Wappen auf einem Grenzstein an der "Eisernen Hand" (Bild: Klaus Dapp)

Basler Wappen auf einem Grenzstein an der „Eisernen Hand“ (Bild: Klaus Dapp)

Basler Wappen auf einem historischen Grenzstein an der "Eisernen Hand" (Bild: Klaus Dapp)

Basler Wappen auf einem historischen Grenzstein an der „Eisernen Hand“ (Bild: Klaus Dapp)

Eingewachsenes Warnschild an der "Eisernen Hand" (Bild: Klaus Dapp)

Eingewachsenes Warnschild an der „Eisernen Hand“ (Bild: Klaus Dapp)

Die Flucht in die Schweiz war teilweise die letzte Hoffnung der Verfolgten. Eine besondere Rolle spielte dabei die „Eiserne Hand“. Ein von Basel nach Deutschland ragender, zum Teil nur ein- bis zweihundet Meter breiter Streifen. In diesen Wäldern und auf den Feldern müssen sich furchtbare Szenen ereignet haben. Diese werden u.a. im Buch „Fast täglich kamen Flüchtlinge“ von Lukrezia Seiler und Jean-Claude Wacker beschrieben. Ausschnitte davon kannten wir durch eine Lesung  im Rahmen der Veranstaltung „Lesen auf dem Berg“ im Winter 2015 in Todtnauberg. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Schriftverkehr zwischen dem Kanton Basel und dem Bund, in dem die Basler Verantwortlichen sich gegen die Vorgaben zur Abschiebung der geflohenen Juden wehrten, da diese der Einstellung des Kantons widersprächen. Leider wurde diese Linie nicht durchgehalten.

Aktuelle Grenzregelungen an der "Eisernen Hand" (Bild: Klaus Dapp)

Aktuelle Grenzregelungen an der „Eisernen Hand“ (Bild: Klaus Dapp)

Zum Glück können wir heute einfach über die Grenze und ich hoffe, dass das so bleibt. Ich habe mir deshalb nach Bekanntgabe des Brexit-Abstimmungstermins bewusst ein Europa-Fähnchen an den Wimpel gehängt.

Europafähnchen an meinem Wimpel (Bild: Klaus Dapp)

Europafähnchen an meinem Wimpel (Bild: Klaus Dapp)

Liegerad(-kunst) im Museum (4.060 km)

Liegeradler in der Rheinausstellung "Mémoire du Rhine" im Naturpark Petite Camargue (Bild: Klaus Dapp)

Liegeradler in der Rheinausstellung „Mémoire du Rhine“ im Naturpark Petite Camargue (Bild: Klaus Dapp)

Eigentlich sollte es von diesem kleinen Ausflug gar keinen Beitrag geben. Fast hätte ich meinen Grasshopper wegen der trüben Aussichten gar nicht im Zug mitgenommen … aber da ich zwei durchgehende ICs entdeckt hatte, wollte ich endlich mal wieder Radeln. Auf der Hinfahrt habe ich den gefalteten Grasshopper in der Husse eingetütet als Gepäck mitgenommen, da das Radabteil ausgebucht war. Ab Freiburg war es dann leer und ich konnte bis Basel in Ruhe auffalten… es fehlt mir an Routine und ich mache das geme mit meiner Schritt-für-Schritt-Anleitung. Für die Rückfahrt hatte ich eine Reservierung und musste nicht falten.

Markt in St. Luis (Bild: Klaus Dapp)

Markt in St. Luis (Bild: Klaus Dapp)

So konnte ich liegend mit zum Markt nach Saint-Louis fahren, der diesmal die ganze Innenstadt umfasste. Bepackt mit Käse, Wein und anderen Leckereien fuhren wir dann weiter in das Naturreservat „Petite Carmargue“. In einer Ausstellung zur Begradigung des Rheins fand ich dann den schönen Liegeradler, der Grund für diesen Beitrag ist. Leider konnte ich keine weiteren Informationen über das Kunstwerk bekommen.